Hund adoptieren

Hier bekommst du alle Informationen, was es bedeutet einen Hund aus dem Ausland zu adoptieren.

Hund adoptieren - Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet es einen Hund zu adoptieren?

Von einer Adoption eines Hundes spricht man meistens im Kontext der Aufnahme eines Tierschutzhundes in die eigene Familie. Eine Adoption ist ein längerer Prozess. Man informiert sich beispielsweise über:

  • Welcher Tierschutzverein ist seriös?
  • Wo fühle ich mich am besten abgeholt durch Informationen und Transparenz?
  • Wo spricht mich eine Fellnase am meisten an? Ggf. auch in Austausch mit dem Tierschutzverein gehen
  • Was möchte man in der Selbstauskunft über mich/uns wissen?
  • Was erwartet mich im Vorgespräch mit den Tierschützer*innen?
  • Gibt es einen Schutzvertrag sowie eine Schutzgebühr?
  • Wo findet die Abholung der Fellnase statt?
  • Kann ich den Hund auf Pflegestelle kennenlernen?
  • Wie soll die Aufnahme in die eigene Familie stattfinden?
  • Findet eine Nachkontrolle statt?

Hund adoptieren – ja oder nein? Oder Pflegestelle werden?

Die wichtigste Frage ist, ob man einem Hund überhaupt ein Zuhause geben kann und möchte. Ein Hund ist ein festes Familienmitglied, das individuelle Bedürfnisse hat, die sich nach und nach herauskristallisieren und über die Zeit auch ändern können. Im Schnitt lebt man ungefähr 10-15 Jahre mit dem Hund zusammen und muss (nach dem aktuellen Tierschutzgesetz Stand 2022) täglich mindestens 2 Mal und für insgesamt mindestens 1 Stunde im freien Gassi gehen.
Eine andere Möglichkeit neben der Adoption ist es natürlich auch, selbst Pflegestelle zu werden, wobei sich hier eher hundeerfahrene Menschen eignen.
Generell ist es wichtig, dass man, was das Thema Tierschutz angeht, die gleichen Werte vertritt – es geht darum, das Leben und Recht des Tieres zu schützen.

Erfahrungen mit der Adoption eines Tierschutzhundes

Wir haben für euch einen Beitrag geschrieben, in dem ihr Adoptionserfahrungen eines Tierschutzhundes nachlesen könnt. Diese sind aus den verschiedensten Tierschutzorganisationen. Ab zum Beitrag.

Ich möchte einen Hund adoptieren! Und nun?

Als erstes setzt du dich mit dir selbst oder auch deiner Familie und deinen/euren Lebensumständen auseinander und schaust, ob ein Hund in dein aktuelles Lebensumfeld und deinen Alltag hineinpasst.

Ganz wichtig bei Familien ist:  Beachte bei einer Adoption, dass in der Familie immer ein Erwachsener und dieser zu 100% für den Hund verantwortlich ist! Wenn sich das Kind einen Hund wünscht, verstehen wir das. Kinder können jedoch nicht einschätzen, welche Bedürfnisse ein Hund hat und wie viel tägliche Arbeit dahintersteckt.

Als nächstes gilt es zu klären, was du dem Hund für ein Umfeld bieten kannst, wie viel Zeit du hast, welche Größe und welche Charakterzüge der Hund bestenfalls mitbringen sollte, damit er zu dir passt. Hast du die finanziellen Mittel, um den Hund sein Leben lang zu versorgen?
(Haftpflichtversicherung, Futter, Tierarztkosten, Steuern, ggf. Medikamente, Operation, Fellpflege, Spielzeug, ggf. Hundeschule/Hundetrainer, sonstiges Zubehör, …)

Was brauche ich, wenn ich einen Tierschutzhund adoptieren möchte und was sind hier die ersten Schritte?

Eine schriftliche Haltungsgenehmigung deines Vermieters ist verpflichtend und muss vorgewiesen werden können. Genauso ist es unverzichtbar zu wissen, ob du in deinem Bundesland den jeweiligen Hund (aufgrund von bestehenden “Rassenlisten”) halten darfst und ob du einen speziellen Hundeführerschein benötigst.

Wenn du diese Punkte für dich geklärt hast und sicher bist, dass ein Hund für dich/euch infrage kommt, dann kannst du nach einem Tierschutzverein suchen. Hierbei ist es wichtig, dass dieser seriös ist. Du solltest am besten in direkten Austausch mit dem jeweiligen Tierschutzverein gehen, nachdem du dich über diesen informiert hast.

Was macht einen Tierschutzverein seriös?

Folgende Punkte machen einen Verein seriös:

  • eine Satzung
  • die Eintragung ins Vereinsregister mit dem Status „gemeinnützige Organisation“
  • Transparenz mindestens auf der Website (Benennung der verantwortlichen Personen sowie das Impressum)
  • öffentlich einsehbare Erfahrungen von anderen Personen, wobei sich von Adoption zu Adoption die Gegebenheiten unterscheiden können
  • die Möglichkeit dem Verein offene Fragen stellen zu dürfen und sich eine Beratung wünschen zu können
  • Sachkundenachweis §11 TierSchG
  • Schutzvertrag
  • Betreuung der Adoptant*innen (Erstgespräch, Vorkontrolle und Nachkontrolle)
  • Vereine sollten ihre Tiere ganz genau kennen (Herkunft, Wesen, Charakter) und dich auch im persönlichen Gespräch ausgiebig zum Tier beraten können

Was brauche ich, wenn ich einen Hund adoptiere?

Du benötigst:

  • Haltungsgenehmigung deines Vermieters
  • Hundeführerschein (je nach Bundesland)
  • Haftpflichtversicherung
  • wenn gewollt, Krankenversicherung für den Hund
  • steuerliche Anmeldung des Hundes
  • Erstausstattung
  • Zubehör

Bei der Erstausstattung gibt es viele Möglichkeiten. Dafür haben wir einen detaillierten Beitrag geschrieben, zu dem du hier kommst. (folgt noch!)

Was muss ich beachten, wenn ich einen Hund adoptiere? – Der Adoptionsleitfaden

Ganz wichtig ist im Tierschutz immer der Adoptionsleitfaden:

3 Tage – 3 Wochen – 3 Monate

Bitte denk daran, dass jedes Lebewesen individuell seine Zeit benötigt und sich dieser Leitfaden daher auch (zum Beispiel auf 5 – 5 – 5) ausdehnen kann.
Die meisten Hunde sind noch nicht stubenrein und auch wenn gesagt wird, dass der Hund stubenrein ist (Beispiel; wenn der Hund schon auf Pflegestelle in Deutschland war), kann er aufgrund des Ortswechsels und der neuen Personen um sich herum, Zeit benötigen, um sich sicher und angekommen zu fühlen.

Wie fühlt sich mein Hund nach 3 Tagen?

Dein neues Familienmitglied ist aus seiner gewohnten Umgebung herausgerissen worden und fühlt sich bei dir eventuell völlig überwältigt. Die Geräusche, die Gerüche, die Umgebung, das Haus/die Wohnung, die Menschen, das Futter und vieles mehr sind ungewohnt und neu. Vielleicht fühlt er sich ängstlich, unsicher, trinkt und frisst nicht, hat eventuell sogar Durchfall oder fängt schon an Grenzen zu testen, an Möbeln und Ähnlichem zu kauen – Jegliches Verhalten kann zu dieser Zeit an den Tag gelegt werden. Sei dir bewusst, dass sich auch deine Aufregung zusätzlich auf die Fellnase auswirkt.

Wie fühlt sich mein Hund nach 3 Wochen?

So langsam kommt dein Hund in seinem neuen Zuhause an. Er wird sicherer und versteht, dass er nun bei dir bleiben darf. Auch versteht er deinen Alltag, die Routine und Struktur. Ab sofort kann er nun zeigen, wie er wirklich ist und es zeigen sich positive aber auch negative Verhaltensweisen, also die typischen Macken und Charakterzüge des Hundes. Jetzt kann sich zum Beispiel der erste Besuch ankündigen und zu dir kommen.

Wie fühlt sich mein Hund nach 3 Monaten?

Nach 3 Monaten fühlt sich dein adoptierter Hund überwiegend sicher im neuen Zuhause angekommen. Das Verständnis von “ich bleibe hier”, ist zu einem „das ist mein sicheres Zuhause“ geworden. Dadurch kann er nun auch eine engere Bindung zu dir aufbauen und alles, was nach 3 Wochen verinnerlicht wurde, ist nun wirklich gefestigt.

Welcher Zeitpunkt ist optimal für eine Adoption?

Ein Hund sollte nur adoptiert werden, wenn er in dein Umfeld, deinen Alltag passt und du genug Zeit für ihn hast. Lies weiter oben, worauf du achten solltest.

Du solltest in jedem Fall für die erste Zeit Urlaub nehmen können und/oder im Homeoffice sein. Dein Familienmitglied benötigt dich um sich herum, um sich an dich zu gewöhnen aber auch zum Beispiel die Stubenreinheit zu üben und sich im neuen Umfeld sicher fühlen zu können. Er hat nämlich niemanden aus seinem früheren Leben, sondern von nun an nur seine neuen Menschen um sich herum.

Unabhängig von der ersten Zeit, sollte das Hundeleben von nun an jedoch immer genügend im Vordergrund stehen: Nicht nur das Tier muss zu dir, sondern auch Du musst zu deinem neuen Familienmitglied passen!

Wo kann ich einen Hund adoptieren?

Bei der Suche nach einem passenden Vierbeiner gibt es viele Möglichkeiten.

Beispiele:

  • Seriöse Tierschutzvereine direkt anschreiben und vorher die Selbstauskunft ausfüllen, dann kann dich der Verein gut beraten.
  • Suche in Facebookgruppen, in denen es um Tierschutzhunde geht, die ein Zuhause suchen oder sogar auf Pflegestelle in deinem Land sind.
  • Auf Instagram/Facebook Tierschutzvereinen folgen und aktiv verfolgen.

Wir möchten euch ans Herz legen, dass ihr euch vorher gut informiert! Facebookgruppen und Instagram sind zwar gute Anlaufstellen, um sich ein Bild zu machen, zeigen aber nicht auf, ob und wie seriös ein Verein ist. Wenn euch ein Tier zusagt, sprecht mit den Vermittlungshilfen über die Tiere und fragt sie aus. Nur wenn Tier und Mensch in der Realität zusammenpassen, kann der Tierschutzgedanke aufrechterhalten werden.

Tierschutzverein Hunderettung Tiere schützen Ziele und Werte nachhaltiger Tierschutz warum Welpen nichts für Anfänger sind

Kann ich ohne Erfahrung einen Hund adoptieren?

Natürlich kannst du ohne Hundeerfahrung einen Hund adoptieren. Allerdings gibt es Dinge, auf die du achten solltest und vorab wissen musst, du solltest sich also im Vorhinein gut informieren.

Hierzu kannst du dich direkt bei einer Hundeschule oder einem Hundetrainer melden, der dir hilft, sich optimal vorzubereiten. In einigen Bundesländern ist der Hundeführerschein ein Muss. Unabhängig davon kannst du dich aber in jedem Bundesland für den Hundeführerschein anmelden, um dich gut auf dein neues Familienmitglied vorzubereiten.

Du solltest nicht blindlings in die neue Situation als noch unerfahrene Person mit einem Hund hineinspringen, egal ob dieser ein Welpe, Junior oder Senior ist. Du benötigst viel Geduld mit einem Lebewesen, das aus seiner gewohnten Umgebung herausgerissen wurde. Dadurch, dass du bisher noch keine Erfahrung hast, kann es passieren, dass du bei wichtigen Themen, wie beispielsweise dem Vermitteln vom Sicherheitsgefühl in der Familie, dem Umgang mit der unbekannten Umwelt oder Situationen, in denen der Hund unsicher ist, nicht genau weißt, wie du am besten reagierst.

Es ist wichtig in den aktiven Austausch mit dem Tierschutzverein zu gehen, damit diese dir einen passenden Hund an die Seite geben kann. Perfekt wäre natürlich, wenn du die Fellnase auf der Pflegestelle in Deutschland kennenlernen könntest. Kennst du Gründe, warum ein Welpe eigentlich überhaupt nicht zu Anfängern passt? In diesem Beitrag geben wir dir einen Einblick, warum Welpen bei Anfängern eher schwieriger ist und ein erwachsener Hund dagegen viele Vorteile bringt! (kommt noch)

Kann man auch ohne Vorkontrolle einen Hund adoptieren?

Alle seriösen Tierschutzvereine führen ein Erstgespräch, eine Vorkontrolle und auch eine Nachkontrolle durch, wobei durch aktiven Kontakt individuell von Fall zu Fall auch von einer Nachkontrolle abgesehen werden kann.
Dabei finden wir:

  • Tierschutzvereine, die keine Vorkontrolle machen, sind unseriös und schaden im schlimmsten Fall dem Tier.
  • Menschen, die Tiere adoptieren möchten und keine Vorkontrolle wollen oder vehement ablehnen, sollten kein Tier erhalten!

Was passiert bei einer Vorkontrolle, wie läuft diese ab?

Bei einer Vorkontrolle gehört natürlich dazu, dass vorab der Selbstauskunftsbogen von dir ausgefüllt wurde. Der Tierschutzverein kontaktiert dann einen seiner Tierschützer und dieser nimmt den Kontakt zu dir auf. Mit ihm machst du einen Termin aus, an dem er dich Zuhause besuchen darf. Er wird sich dein Wohnumfeld anschauen und auch deine Wohnung/Haus. Dabei ist es ein Kennenlernen auf beiden Seiten: Du wirst etwas über deinen felligen Vierbeiner erfahren, auch über die erste Zeit, das Sicherheitsgeschirr und vieles mehr. Genauso möchte der Tierschützer dich kennenlernen, um zu schauen, ob zu dir ein Hund passt oder viel mehr, ob genau der Hund, für den du dich interessierst, zu dir und deiner Umgebung passt. Zudem wird ein erster Eindruck beiderseits eingesammelt, um sich dann guten Gewissens auf beiden Seiten entscheiden zu können.

Wie hoch sind die Kosten bei einer Adoption?

Die sogenannte Schutzgebühr liegt meist zwischen 200-600€. Der genaue Betrag ist hierbei abhängig vom jeweiligen Verein. Hinzu kommt die Erstausstattung für deinen Hund (siehe hier, kommt noch). Auch hier sind die Kosten sehr individuell. Für eine komplette Erstausstattung sollte man mindestens rund 250€ einplanen. Nach oben hin sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Eine durchschnittliche Schätzung für die Kosten eines ganzes Hundelebens wurde mit 12.000 – 20.000€ errechnet. Auch hier sind nach oben keine Grenzen offen.

Die Schutzgebühr ist dazu da, um einen Teil der Ausgaben, Versorgung und die kompletten Transportkosten welche der Verein für deinen Hund trägt zu decken. Bevor der Hund adoptiert ist, fallen mindestens Kosten für Impfungen, Wurmkur, Floh- und Zeckenmittel und den Mikrochip an. Zusätzlich kommen noch die Kosten für Futter, Kastration (je nach Alter), Tierarztkosten infolge der Rettung aufgrund von Verletzungen, Operationen oder anderen Behandlungen auf.
Bei Tieren aus dem Ausland kommen außerdem oft Bluttests (Tests auf Mittelmeerkrankheiten) dazu. Je nach Hund kommen dabei sogar Kosten bis zu 1.000€ oder mehr auf.

Von einer Schutzgebühr macht der Verein keinen Profit! Sie sichert die Aufrechterhaltung der unverzichtbaren Tierschutzarbeit und schützt das jeweilige Tier.
Ohne Spenden und ohne Schutzgebühr kann ein Tierschutzverein daher keine aktive Tierschutzarbeit leisten.

Tierschutzverein Hunderettung Tiere schützen Pflegestelle werden für Tierschutzverein in Deutschland

Hund adoptieren – von einer Pflegestelle in Deutschland

Es gibt viele Vereine, die in Deutschland freiwillige Helfer hat und als aktive Pflegestelle fungieren. Das bedeutet, dass sich dort ein Tierschutzhund befindet, der nicht adoptiert wurde, aber bereits das Leben in Deutschland in einer Familie mit routiniertem Alltag und typischen Geräuschen und Gerüchen kennenlernen darf. Zudem entdecken Pflegestellen die individuellen Bedürfnisse des Hundes durch das Zusammenleben im Vorhinein. Der Verein kann somit viel leichter ein geeignetes Zuhause für die jeweilige Fellnase finden. Außerdem hat die Adoption eines Pflegestellenhundes den Vorteil, dass die zukünftigen Adoptanten ihren potentiellen Neuzuwachs direkt in Deutschland persönlich kennenlernen können. Du möchtest mehr zum Thema Pflegestellen lesen? Dann lies hier weiter!

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